Freitag, 01. Februar 2019

Übungshandgranate

Am 1. September jährt sich zum 80. Mal der Beginn des 2. Weltkriegs, der mit Einfall der Deutschen Wehrmacht in Polen begann. Er forderte über 50 Millionen Opfer, unter ihnen befinden sich die ca. 6 Millionen Juden, die der NS-Ideologie und dem daraus resultierenden Holocaust zum Opfer fielen.
Übungshandgranate

Doch bereits in den Jahren vor Beginn des Zweiten Weltkrieges ist die Deutsche Gesellschaft auf die kommenden Kriegszeiten vorbereitet worden. Neben der Einführung der Wehrpflicht im Jahr 1935 - gegen die Bestimmungen des „Versailler Vertrages“ -, der Aufrüstung des deutschen Militärs und der Militarisierung der Gesellschaft, machten die Ideologie der Nationalsozialisten und der Militarismus auch vor den Schulen nicht halt. Bereits 1933 stand Sport, im Besonderen der „Wehrsport“ an oberster Stelle von Schulen, Universitäten und der HJ. Oberste Priorität war es, hierdurch eine wehrfähige Jugend heranzuziehen, die keine zeitaufwendige militärische Ausbildung mehr benötigte und schnell an die Front geschickt werden konnte. Die Kinder und Jugendlichen sollten früh den Umgang mit den verschiedenen Waffengattungen „spielend“ erlernen. Bevor sie jedoch an „scharfe“ Waffen gelassen wurden, übten sie an verschiedenen Übungsgeräten, die in Form und Gewicht ihren  Vorbildern ähneln. Dies gilt auch für Übungshandgranaten, die der deutschen Stielhandgranate (bei Soldaten und der Bevölkerung auch als „Kartoffelstampfer“ bekannt) nachempfunden ist. Die Übungsgranate besteht aus einem hölzernen Schaft mit einem Eisenmantel am oberen Ende, der dem Sprengkopf nachempfunden ist. Die Schüler und Schülerinnen sollten die richtige Handhabung lernen und wurden in Weit- und Präzisionswurf gedrillt. Erst nachdem sie diese Übungen durchlaufen und den richtigen Umgang gelernt hatten, bekamen sie die Gelegenheit sich an den echten Handgranaten zu versuchen.