Stereoskopie-Bildband "Die Olympischen Spiele 1936"
Das Buch „Die Olympischen Spiele 1936” ist ein besonderer Begleitband zur Olympiade. Es erscheint 1936 im Raumbild-Verlag Otto Schönstein und enthält 100 Stereoskopie-Bilder. Ein Stereoskopiebild besteht aus zwei Fotografien, die mithilfe einer speziellen Kamera aus leicht unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen werden. Legt man das Bild in einen Stereobetrachter und sieht durch die Brille hindurch, setzt das Gehirn die Bilder zu einem räumlich dreidimensionalen Bild zusammen. Dieses Verfahren gibt es bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts.

Stereoskopiebuch „Die Olympischen Spiele 1936“
Das Buch „Die Olympischen Spiele 1936” ist ein besonderer Begleitband zur Olympiade. Es erscheint 1936 im Raumbild-Verlag Otto Schönstein und enthält 100 Stereoskopie-Bilder. Ein Stereoskopiebild besteht aus zwei Fotografien, die mit einer speziellen Kamera aus leicht unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen werden. Legt man das Bild in einen Stereobetrachter, setzt das Gehirn es zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. Dieses Verfahren gibt es seit Mitte des 19. Jahrhunderts.
Während der NS-Diktatur (1933 bis 1945) wird die Stereoskopie für die Propaganda besonders attraktiv, da sie die Inszenierung von Macht und Gemeinschaft verstärken kann. Der 3D-Effekt lässt das Abgebildete realer und vor allem überwältigender erscheinen. Es passte zu einer Politik, die Aufmärsche, Monumentalarchitektur und eine scheinbar geordnete Volksgemeinschaft medial einsetzt.
Die Olympischen Spiele von 1936 werden als friedliche, weltoffene und moderne Selbstdarstellung des Regimes inszeniert, wobei die Stereoskopie ebenso wie der Zeppelin mit seinen Schaufahrten über Berlin Teil dieser Strategie ist. Beide stehen für die Modernität und technische Überlegenheit des Deutschen Reiches. Selbst der den Nazis verhasste Swing wird instrumentalisiert, um sich als kulturell offen zu inszenieren. So wird Teddy Stauffer mit seiner Bigband im Delphi-Palast gefeiert. Nach den Spielen nimmt die Verfolgung des Swing und seiner Anhänger zu und Teddy flieht in seine Heimat, die Schweiz.
Mehr zur Swingjugend in unserem Raum „Jugend unterm Hakenkreuz“ im 2. Obergeschoss.
Bereits 1931 sind die Olympischen Spiele an die damals noch bestehende Weimarer Republik vergeben worden. Als 1933 die Nationalsozialisten die Macht übernehmen, werden die Olympischen Spiele in einer Diktatur stattfinden. Dies regt auch im Ausland Widerstand an. Mehrere vor allem linke Organisationen rufen zu einem Boykott auf. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) zeigt sich besorgt, lässt sich jedoch durch die Versicherung, jüdische Sportlerinnen und Sportler teilnehmen zu lassen, beruhigen.
Nur drei Wochen vor der Eröffnung der Spiele im August beginnen die Bauarbeiten für das Konzentrationslager Sachsenhausen, das nur ca. 40 Kilometer vom Olympiastadion entfernt liegt. Die Spiele werden im Ausland größtenteils als großer Erfolg wahrgenommen. Der Plan der nationalsozialistischen Regierung, Deutschland als fortschrittliches und überlegenes Land zu präsentieren, ist aufgegangen.[LDF1]
Mehr zu den Schaufahrten des Zeppelins während der Olympischen Spiele gibt es in der neuen Sonderausstellung „Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus“ im Zeppelin Museum (bis 4. April 2027).
Chiara Rees wiss. Volontärin