2019: #schreiben - Tinte oder Tablet?

Der Aufsatz in Deutsch, das Zettelchen unter der Schulbank, das geheime Tagebuch, die Notiz am Kühlschrank – es gibt viele Gelegenheiten, für die wir auch heute trotz Smartphone und Tablet noch zu Stift und Papier greifen. Die Sonderausstellung #schreiben – Tinte oder Tablet? nimmt seit 2019 das Schreibenlernen und die Schreibkultur in Geschichte und Gegenwart in den Blick und fragt danach, was sich mit dem digitalen Wandel für uns ändert. 

Blick in den Raum, in dem die Sonderausstellung "schreiben" zu sehen ist

Zum Sprechen sind wir geboren. Lesen und schreiben aber müssen wir lernen. Schreiben macht Schule (nötig). Die Sonderausstellung #schreiben – Tinte oder Tablet? nahm ab 10. April 2019 im Schulmuseum Friedrichshafen die traditionsreiche Kulturtechnik des Schreibens in den Blick. Auf zwei Stockwerken erzählte sie zum einen vom Aspekt des Schreibenlernens und was das mit unserem Gehirn macht - zum anderen von der Faszination Schreiben, die in Kalligrafie, Tagebüchern und Liebesbriefen lebt.

Wieviel Mühe kostet es, Texte flüssig mit der Hand schreiben zu können! Wer durfte eigentlich früher schreiben lernen? Und was bedeutete das überhaupt, schreiben zu können? Was wird aus Tinte und Papier im Zeitalter der Digitalisierung? Verlieren wir etwas, wann wir nur noch mit Tastatur und Spracherkennung Texte verfassen? Welche Rolle spielt die Erfindung der Schreibmaschine? Briefe, Tagebuch oder Schönschrift – brauchen wir diese alten Kulturtechniken überhaupt noch? Tut es nicht die schnelle Kurznachricht? Diesen Fragen stellte sich die Ausstellung, und bot so auch den vielen Besucherinnen und Besuchern Anlass, über ihre eigene "Schreibgeschichte" nachzudenken.

Der Hashtag im Titel der Ausstellung war dabei Sinnbild für die Beschleunigung und Verschlagwortung unserer Kommunikation. Für das Plakatmotiv aus verschiedenen Schreibgeräten gelegt, war er Ausdruck für das Spannungsfeld zwischen Tradition und Digitalisierung, um das die Ausstellung kreiste.

Der 1. Stock: Schreibenlernen

Im ersten Ausstellungsraum, der übrigens noch bis heute im Museum zu sehen ist, erforscht das Kuratorenteam die Geschichte des Schreibenlernens. Wer durfte eigentlich früher schreiben lernen? Ja, was bedeutete das überhaupt, schreiben zu können? Das Schreiben als Tätigkeit, als Lernstoff, als Herausforderung, als Kreativitätspotenzial steht im Fokus eines Rundgangs, der  neben der historischen Perspektive die Faszination und den Facettenreichtum dieser Kulturtechnik aufgreift. Graphologie und Gehirnforschung, Schreib- und Tippkunst, Spiegelung des Ich – Schlagwörter, die mit oft erstaunlichen Inhalten gefüllt werden. Was wird aus Tinte und Papier im Zeitalter der Digitalisierung? Verlieren wir etwas, wenn wir nur noch mit Tastatur und Spracherkennung Texte verfassen? Welche Rolle spielt die Erfindung der Schreibmaschine? Briefe, Tagebuch oder Schönschrift – brauchen wir diese alten Kulturtechniken überhaupt noch? Tut es nicht die schnelle Kurznachricht? 

Der 2. Stock: Faszination Schreiben

Warum faszinieren Kalligraphie, Handlettering und Co. heute wieder so sehr,  dass sie auf Bucheinbänden, in Präsentationen und in Werbung auftauchen? Im zweiten Raum der Ausstellung wurde deutlich, wie bedeutsam die Handschrift für Kunst und Kultur war und ist, aber auch, wie Schriftsteller fast schon liebevolle Beziehungen zu ihren Schreibmaschinen pflegten. Die historische Schreibmaschine im Zentrum des Raumes, die faszinierende erste Schreibmaschine aus Holz des Erfinders Mitterhofer - aber auch geheime Liebesbotschaften in Tagebüchern und Labortagebüchern … zahlreiche Exponate machten hier deutlich, dass im Schreiben weit mehr steckt als man auf den ersten Blick denken mag. 

Dazu passend luden wir die Besucherinnen und Besucher dazu ein, uns ihre eigenen prägendsten Schreiberlebnisse zu hinterlassen. Die zahlreichen Geschichten, die uns da geschenkt wurden, flogen schließlich an einem kunstvollen und sehr inspirierenden Mobile durch das Treppenhaus.    

Das Schreiben neu entdecken  

Überhaupt wurde in der Ausstellung #schreiben das Mitmachen groß geschrieben: Die Ausstellung bot neben einer Brieflaube mit historischen Briefen ein Kalligraphieatelier, in dem Jung und Alt erste Schritte zur kunstvollen Schrift versuchen können, oder lud ein, mal wieder mit dem Füller einen Brief zu schreiben. Kinder und Erwachsene probierten das Maschineschreiben aus oder setzen ihren Namen in Braille, Morse oder Steno. Noch heute können Sie im Ausstellungsraum im ersten Stock ein Bilderrätsel zur Handschrift knobeln und selbst mit Füller und Tinte die Kalligrafie probieren.