Freitag, 21. August 2020

Papier schöpfen wie anno dazumal

Eine alte Kulturtechnik konnten die Teilnehmer beim Workshop Papierschöpfen selbst erleben: Die Illustratorin Anna Vogel zeigte am Donnerstag, 27. August, im Garten des Schulmuseums Friedrichshafen, wie man früher aus einem matschigen Faserbrei Papier herstellte.
Geschöpfte Papiere hängen zum Trocknen bereit

Da wurde geschöpft, gepresst, aufgehängt und schließlich beschrieben, was das Zeug hält. Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung #schreiben – Tinte oder Tablet? waren Interessierte eingeladen, die alte Technik des Papierschöpfens selbst auszuprobieren. Das Angebot wurde wieder sehr gut angenommen, acht TeilnehmerInnen kamen in den Garten des Schulmuseums.

Gemeinsam mit der Illustratorin Anna Vogel, die als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Papiermühle Basel diese alte Kulturtechnik beherrscht, erlernten die Teilnehmer, wie früher Papier hergestellt wurde. Für uns ist Papier heute überall greifbar. Es hat sich bis zur Digitalisierung als der beste Schreibuntergrund bewährt und war doch lange für viele Menschen unerschwinglich. Das lag natürlich auch an der auwendigen Produktion, wie die Teilnehmer selbst ausprobieren konnten. Nachdem man mit einem Sieb den Faserbrei aus dem Bottich schöpft und den noch sehr matschigen Brei vorsichtig in Filz legt, ist Geduld gefragt. Wenn das Papier dann schon etwas getrocknet ist, muss es noch in die Presse. Da ist Muskelkraft gefragt. Dann geht's auf die Wäscheleine wieder ist Warten gefragt. Zum Glück schien die Sonne kräftig und beschleunigte das Trocknen der Papiere doch gewaltig. Um den Workshop abzurunden, konnte danach mit selbstgemachter Gallus-Tinte darauf geschrieben werden. Ein rundum gelungener Workshop, von dem alle ihre eigenen geschöpften Papiere mit nach Hause nehmen konnten. 

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