Dienstag, 04. Februar 2020

Teufelsmaske aus 1970

Es ist Fastnachtszeit - und damit die Zeit der Masken und Verkleidungen. Natürlich auch ein Anlass, der Schülerinnen und Schüler landauf landab in den Schulen beschäftigt. Umso mehr Grund, auch unser Objekt des Monats Februar zu stellen. Was es mit dieser schaurigen Maske auf sich hat, erfahren Sie hier...
Eine Maske aus Pappmaché, die wie ein Teufel aussieht
Die schaurige Maske hat in den 1970ern Jahren gewiss so manche Mitschüler verschreckt.

Häufig wird der Teufel als bockbeinige Gestalt mit roter Haut und zwei Hörnern auf der Stirn gezeigt. So ist die ausgestellte Maske aus Pappmaché direkt als Teufelsmaske erkennbar. Der Teufel als die christliche Verkörperung des Bösen darf im närrischen Treiben neben den Hexen und Geistern nicht fehlen. Er ist eine der ältesten Fastnachtsfiguren.

Der Gumpige und die Schulfastnacht

Im Schuljahr von besonderer Bedeutung ist der „gumpige“ Donnerstag, an dem die Fastnacht ihren Höhepunkt erreicht. Dieser Tag markiert den Beginn der Zeit bis Aschermittwoch. In dieser beginnen die Menschen früher traditionell, die Nahrungsmittel aufzubrauchen, die in der Fastenzeit nicht verzehrt werden durften – wie Alkohol und tierische Produkte, also Fleisch, Milch oder Eier. Seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg werden am Gumpigen die Schulen von den Narren gestürmt und die Schüler „befreit“. Deshalb kommen damals wie heute viele Schüler und Schülerinnen verkleidet oder geschminkt zum Gumpigen in die Schule. Anstatt zu lernen wird gefeiert.

Das Verkleiden gehört seit der Urzeit zum Menschen. Damals sollen durch das Tragen der Felle und der passenden Körperbemalung Kraft und Mut des erlegten Tieres auf den Träger übergehen. Für Kinder ist die Kostümierung wichtig für ihre Entwicklung: Durch das Verkleiden schlüpfen sie spielerisch in eine andere Rolle, werden kurzzeitig zu Teufel, Hexe oder auch Prinzessin. Angst und Bewunderung bekommen eine psychologische Ausdrucksmöglichkeit, im Spiel können die Rollencharaktere phasenweise ausgelebt werden. Fasching bietet somit für die Kleinen eine der wenigen Möglichkeiten im Jahr, sich außerhalb von zu Hause in einem Kostüm frei zu bewegen.

Geschichte der Fasnet und Narrenzünfte

Die Wurzeln der schwäbisch-alemannische Fastnacht reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Sie wird in Süddeutschland und in Teilen Österreichs und der Schweiz gefeiert. Erste Belege für die „Fasnet“ in Friedrichshafen sind auf das Jahr 1569 datiert. Mitte des 19. Jahrhundert kommt es zur Gründung von Narrenzünften. Ein Phänomen, welches weite Teile Deutschlands damals erfasst. Das närrische Treiben nimmt zu Zeiten der beiden Weltkriege ein Ende, die Zünfte werden aufgelöst und die Bevölkerung zum Kriegsdienst verpflichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebt die Fastnacht in Friedrichshafen erst im Jahr 1949 wieder auf – mit Erlaubnis der französischen Besatzungsmacht.