Den Aufbruch wagen

Das Königin Paulinenstift und seine Lehrerin Lina Bögli – Sonderausstellung von Mai 2016 bis April 2017

Das Königin Paulinenstift in Friedrichshafen hat eine wechselhafte Geschichte, der sich das Schulmuseum in einer Sonderausstellung gewidmet hat: „Den Aufbruch wagen – Das Königin Paulinenstift und seine Lehrerin Lina Bögli“. Dabei ging es nicht nur um die Geschichte des Friedrichshafener Stifts sondern auch um die Schweizer Schriftstellerin, Weltreisenden und Lehrerin Lina Bögli (1858–1941).

Der erste Teil der Ausstellung beleuchtete die wechselhafte Geschichte des Königin Paulinenstift in Friedrichshafen – von der Entwicklung des Instituts der Höheren Mädchenbildung und dem Leben in der Lehranstalt mit internationalem Flair.

Das Mädcheninternat mit großer Strahlkraft wurde in einer Zeit aufgebaut, in der Mädchenbildung staatlicherseits noch vernachlässigt wurde. 1856 taten sich in einer Privatinitiative Vertreter der protestantischen Kirche, der lokalen Wirtschaft und des württembergischen Königshauses zusammen und gründeten die erste Höhere-Töchter-Schule in Friedrichshafen. Die Unterstützung des Königshauses, in Person von Königin Pauline, sicherte dem Institut von Anfang an überregionale Ausstrahlung.

Trotz zunehmender Reglementierung des staatlichen Schulwesens ab 1900 konnte das Stift seine Ausnahmestellung behalten und erreichte seinen Zenit in den frühen 30er Jahren. Den Repressionen im Nationalsozialismus folgte ein schwieriger Wiederaufbau. Die Ausstellung dokumentiert die über 100-jährige Geschichte des Paulinenstifts vom Beginn bis zur Schließung der Schule 1974.

„Ein Mann zu sein, das wäre Freiheit! Was ich wohl tun würde, wenn ich ein Mann wäre? Gewiß große Reisen machen.“


So sinnierte die Schweizerin Lina Bögli, der sich der zweite Teil der Ausstellung widmete, um zum Ergebnis zu kommen: Warum sollte sie als Frau nicht auch eine Reise unternehmen? Die Lehrerin startete 1892 daraufhin eine Weltreise. Schlussendlich war sie zehn Jahre unterwegs und ihr Roman „Vorwärts“, den sie anschließend in Englisch und Deutsch über die Reise verfasste, machte sie international berühmt.

Die Ausstellung warf ein Schlaglicht auf ihr Leben und ihre Reisen, aber auch auf ihre Zeit in Friedrichshafen. Von 1907 bis 1910 unterrichtete Lina Bögli am Königin Paulinenstift. Ihr Wirken an dieser Schule und ihre Beobachtungen rund um die Stadt Friedrichshafen, die sie in ihrem Tagebuch festhielt, fanden ebenfalls Eingang in die Schau.

Die Ausstellung wurde vom Freundeskreis Schulmuseum kuratiert.

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