Montag, 01. April 2024

Marc & Penny und KNAX

„Marc und Penny“ und „KNAX“ sind bekannte Zeitschriften für Kinder. Die Hefte aus unserer Sammlung sind aus den 1980er und 1990er Jahren. Die Comics über „Marc &Penny“ und die „KNAXianer“ sind vielen Kindern und Jugendlichen auch heute noch bekannt.
Marc & Penny
Werbezeitschriften "Marc & Penny"

Die Geschwister Marc und Penny erleben gemeinsam mit ihrem Hund Bliff viele Abenteuer. Sie sind Teil einer Werbeaktion der Volks- und Raiffeisenbanken. Die erste Ausgabe von „Marc & Penny“, deren Name auf die damalige Währung der D-Mark und dem Pfenning anspielt, erscheint 1981. Bis ins Jahr 2007 erscheinen über 300 Hefte der Reihe, bis sie schließlich eingestellt wird. Doch auch danach existieren die Comicfiguren weiter – in der nachfolgenden Heftserie „VR-Primax“. Darin werden die Comics der VR-Banken, „Marc & Penny“ und „Mike, der Taschengeldexperte“, vereint. Im Jahr 2002 enden die Geschichten von Marc, Penny und Mike.

„KNAX“ ist seit bereits 1974 ein fester Bestandteil auf dem Markt der Kinder- und Jugendzeitschriften. Das Werbeheft der Sparkassen erscheint 2024 seit 50 Jahren. Auch eine weiterführende Webseite zum Magazin gibt es. Dabei stehen immer die Comics mit den Hauptpersonen, den „KNAXianern“, im Mittelpunkt. Die Freunde Didi, Dodo, Nero und Kiki kämpfen gemeinsam gegen die bösen Fetzensteiner, die auf der Burg Fetzenstein leben.

Werbezeitschriften sind aussagekräftig für die Kinder- und Jugendkultur und haben die Kinder als Zielgruppe als potente Konsumenten oder zukünftige Kunden. Besonders Banken nutzen die Zeitschriften, um sie zu erreichen. Junge Menschen sind wichtig für Geldinstitute, damit sie schon früh eine Bindung aufbauen – und Kunden werden. Die Hefte werben allerdings meist nicht mit dem Produkt direkt, sondern in Form von Geschichten. Sie sind spannend, da sie nicht nur etwas über die Kinder- und Jugendkultur der jeweiligen Zeit erzählen, sondern auch über Werbemaßnahmen, die sich direkt an Kinder richten. 

Themen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen, sind die Inhalte der Zeitschriften. Aber auch wirtschaftliche Themen werden in kindlicher Form immer wieder in den Mittelpunkt gestellt. Das passiert in Form der lustigen Comics, aber auch durch gezielte Beiträge, wie zum Beispiel in der „Marc & Penny“-Ausgabe von Oktober 1997: Hier wird die Geschichte des Geldes erklärt. Zusammen mit Rätseln und Fragen werden die historischen Inhalte interaktiv und zum Spaß für Kinder. Außerdem gibt es im Oktober jedes Jahr ein großes Preisausschreiben zum Weltspartag. Interessant ist, dass bereits 1993 kabellose Infrarot-Kopfhörer verlost werden – was zu dieser Zeit hochmodern ist.

In den „KNAX“-Heften befindet sich auf den letzten beiden Seiten unserer Ausgaben von 1983 und 1986 die „KNAX-Knobel-Kiste“: Kinder können Witze und Rätsel, aber auch selbstgemalte Bilder einsenden, die dort abgedruckt werden. Auch Seiten zum Knüpfen von Freundschaften sind fester Bestandteil der Hefte. Kinder werden also zu Mitgestaltern der Zeitschrift.

Ob das Suchen und Finden von  Brieffreundschaften, die Vermittlung von Wissen und Spaß, aber auch die Beteiligung der Kinder selbst an den Inhalten: Werbezeitschriften sind ein Ausdruck der jeweiligen Jugendkultur. Das Marketing entdeckt die Kinder als Zielgruppe für sich und möchte sie mit aktuellen Themen, Spaß und Spannung auf ihr Produkt aufmerksam machen.

 

Susanne Appl (Wissenschaftliche Volontärin)

 

 

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